B Räumliche Handlungsschwerpunkte

4 Der Neustädter Markt

7th.jpgDer Neustädter Markt liegt im Zentrum der „Neustadt“ der Innenstadt von Hanau. Er stellt sich wie in vielen Städten als „steinernes Wohnzimmer“ dar und ist als Gesamtanlage als Zeugnis des Wiederaufbaus der 50er-Jahre denkmalgeschützt. Mit seiner bemerkenswert klaren platzräumlichen Fassung ist er der größte Wochenmarkt Hessens.

Als historischer städtischer Platz übernimmt er unterschiedliche zentrale Funktionen: Markt, Standort des Rathauses und kultureller Nutzungen, attraktiver Einkaufsbereich, aber auch zentrale Stellplatzfunktionen. Das Denkmalensemble um den Platz und das Nationaldenkmal der Brüder Grimm kommen derzeit durch die Platzgestaltung mit eingeschossigen Gebäuden und technischen Anlagen nicht angemessen zur Geltung. Ziel ist es, diesen historischen, denkmalgeschützten Stadtraum in seiner Funktionalität zu verbessern und ihm ein neues, angemessenes Erscheinungsbild zu geben.

Zu hinterfragen jedoch sind die eingeschränkten Sichtbeziehungen, die sich aus den vier pavillonartigen Gebäuden in den Platzecken ergeben. Auch die derzeitigen Randnutzungen vermögen insbesondere in den Abendstunden nicht die gewünschte Attraktivität, Belebung und soziale Kontrolle zu gewährleisten.

Der Neustädter Markt soll künftig seiner Drehscheibenfunktion besser gerecht werden.
Dies bedeutet, dass eine verbesserte Aufenthalts- und Verweilqualität geschaffen wird. Ansatzpunkte sind schon vorhandene, aber weiter zu entwickelnde gastronomische und kulturelle Nutzungen auf dem Platz und in den Randbereichen.

Bei der Umstrukturierung des Neustädter Marktes muss die Erhaltung und Verbesserung der jetzigen Funktionalität als Markt und Veranstaltungsplatz im Fokus stehen.
Städtebaulich wird eine gestalterische und funktionale Aufwertung sowohl der Platzoberfläche als auch der eingeschossigen Bebauung am Platzrand erforderlich sein.

Die baulichen Anlagen am westlichen und östlichen Platzrand stehen für Planungen unter Beachtung des Denkmalstatus des Platzes zur Verfügung, wobei die technischen Anlagen zu integrieren sind.

Für das Café an der Westseite können Zukunftsvisionen entwickelt werden.

Das Rathausfoyer an der Nordseite des Platzes steht ebenfalls für kulturelle oder gastronomische Konzeptionen zur Verfügung. Soweit die jetzige Ausstellungsnutzung nicht integriert wird, sind alternative Räume für die bisherige kulturelle Nutzung innerstädtisch, z. B. im Zuge eines Bibliotheksneubaus, zu schaffen.

Die Entwicklung des Neustädter Marktes ist eine Pflichtaufgabe.