B Räumliche Handlungsschwerpunkte

2 Die Hanauer Altstadt

5th.jpgDie kleinteilige, ehemals mittelalterliche Altstadt nimmt in der Innenstadt Hanaus einen eigenen Stellenwert ein. Dennoch muss das vorhandene Flair dieses überwiegend denkmalgeschützten Innenstadtbereichs stärker profiliert werden. Das Deutsche Goldschmiedehaus und weitere Handwerksbetriebe sowie der Altstädter Markt mit seiner Gastronomie sind Anknüpfungspunkte für ein zu entwickelndes eigenständiges Profil. Prädestiniert durch ihre Atmosphäre und Kleinteiligkeit ist die Altstadt ebenfalls zum Wohnen geeignet. Bereiche für hochwertiges Wohnen gilt es daher ebenso zu entwickeln wie kulturwirtschaftliche Nutzungen, spezielle Einzelhandelsnutzungen, beispielsweise des Kunsthandwerks, sowie Gastronomie.

Mit dem Deutschen Goldschmiedehaus und dem Altstädter Markt bietet die Altstadt hervorragende Voraussetzungen für Stadtentwicklung durch Kulturwirtschaft.

Die Lage im Stadtgrundriss und vorhandene Wohnumfeldqualitäten sollen auch zukünftig die Wohnfunktion stabilisieren und aufwerten.

Der Altstädter Markt bildet das zweite Glied in der Kette der historischen fünf Plätze.

Der Altstädter Markt mit dem Deutschen Goldschmiedehaus als dem Wahrzeichen von Hanau auf seiner Ostseite markiert das historische Achsenkreuz des mittelalterlichen Hanaus. Östlich des Goldschmiedehauses (Wiederaufbau nach dem Krieg) schließt die Marienkirche als das älteste und bedeutendste Baudenkmal der Stadt Hanau (mit der Grablege der Hanauer Grafen) und einem neu gestalteten Verbindungsplatz an.

Auch heute noch ist der Altstädter Markt das Zentrum der Altstadt, wenngleich die jahrhundertelang prägende Nutzungsvielfalt sich zurückgebildet hat. Zukünftig soll unter Beachtung seiner historischen Bedeutung eine Belebung der Platzfläche durch Stärkung der Erdgeschosszonen – auch für gastronomische Zwecke – unter Beibehaltung möglichst großer Vielfalt und Flexibilität eine wesentliche Aufwertung erreicht werden.

Die Altstadt muss stadträumlich-funktional wahrnehmbar über den Freiheitsplatz an die Neustadt/Innenstadt angebunden werden.

Mit der Inwertsetzung der Altstadt auf der Grundlage ihrer Begabungen und vorhandenen Qualitäten und Nutzungen kann sie ein eigenständiges, prägnanteres Gesicht entwickeln und damit eine hohe Attraktivität bekommen. Dies ist einer der unschätzbaren Vorteile einer lebendigen Innenstadt gegenüber Zentren auf der grünen Wiese, der die Hanauer Innenstadt attraktiv macht: die Nutzungsvielfalt und damit Wahlfreiheit für Bewohner und Besucher, das Erlebnis unterschiedlicher städtischer Atmosphären auf kleinstem Raum.

Aus der (gesamtwirtschaftlichen) Betrachtung der Entwicklungsmöglichkeiten der gesamten Innenstadt werden Anregungen für Impuls- und Akzentsetzungen für ein Nutzungs- und Gestaltungskonzept Altstadt erwartet. Durch die Definition von Nutzungen und kleinteiligen Schwerpunkten mit der Entwicklung von Wohnen, Gastronomie und Kulturwirtschaft soll hier ein lebendiges Viertel entstehen. Festzulegen ist, ob z. B. die Bibliotheksnutzung in der Altstadt verbleibt oder an einen zentraleren Ort in der Innenstadt wechselt.

Eine Verbesserung und Belebung der Achse zwischen Schlossplatz und Freiheitsplatz, die Herausarbeitung der Platzfolge, die Reaktivierung des Altstädter Marktes, eine Aufwertung der Entreesituation zur Altstadt von Norden und Süden her sind Inhalte des Konzepts, das erwartet wird.

Die Entwicklung der Altstadt ist eine Pflichtaufgabe im städtebaulichen Dialog.