C Inhaltliche Handlungsschwerpunkte

1 Einzelhandel (Pflichtaufgabe)

Die Steigerung der Leistungsfähigkeit des innerstädtischen Einzelhandels ist eine der zentralen Aufgabenstellungen im Rahmen des wettbewerblichen Dialogs Innenstadt.

Das Oberzentrum Hanau verfügt in seinem unmittelbaren Einzugsgebiet mit über 420.000 Einwohnern über erhebliche Kaufkraftpotenziale.

Die Bindung dieser Kaufkraft hat jedoch in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen.

Dies ist u. a. auf den verstärkten Wettbewerb durch Ansiedlung von Fachmarktzentren in der Region zurückzuführen.

Mit der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung, das Fachmarktzentrum Kinzigbogen mit insgesamt 29.000 qm Verkaufsfläche zu entwickeln wird der politische Wille dokumentiert, diesen Wettbewerb als Oberzentrum offensiver als in der Vergangenheit anzunehmen. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auch unter www.kinzigbogen.de.

In integrierter Lage, allerdings nicht im Kerngebiet, werden am Postcarré 7.500 m2 Einzelhandel mit dem Schwerpunkt Vollversorger und Discounter entstehen. Die Ansiedlung z. B. von Textilien schließen wir dort aus. Details zu diesem Projekt sind im Internet unter www.kanaltorplatz.de abrufbar.

Der Magistrat hat in seiner Stellungnahme zum regionalen Einzelhandelskonzept des Planungsverbandes Rhein-Main die weitere Entwicklung von großflächigem zentrenrelevantem Einzelhandel außerhalb der jetzigen Standorte ausgeschlossen. Dies gilt auch für die Konversionsflächen in Hanau.

Neben diesen Entscheidungen ist es priorisiertes Ziel, die Innenstadt als wesentlichen Standort im Zentrengefüge des Standortes Hanau zu stärken.

Die Stadt Hanau hat aus diesem Grund in den letzten Jahren erheblich in die Verbesserung der Qualität des öffentlichen Straßenraums investiert.

Darüber hinaus wird seit 2004 mit einer gemeinsamen Gesellschaft des Hanauer Einzelhandelsverbandes und der Stadt Hanau, der Hanau Marketing GmbH und dem Hanau Marketing Verein durch Marketingmaßnahmen und vielfältige Veranstaltungen erfolgreich an einer Attraktivitätssteigerung des Einkaufsstandortes Hanau gearbeitet.

Um jedoch nachhaltig die Attraktivität der Innenstadt als Einkaufsstandort zu erhöhen, ist auch eine deutliche qualitative Verbesserung des Einzelhandelsangebotes notwendig.

Ziel ist, den inhabergeführten und filialisierten Fachgeschäftsbesatz zu stärken und insbesondere bei der Leitbranche Textil die Lücken im konsumigen bis gehobenen Angebotsbereich in der Innenstadt durch Neuansiedlung zu schließen.

Die vorhandene kleinteilige Immobilienstruktur in der Innenstadt ist nur bedingt geeignet, interessante Filialkonzepte anzusiedeln.

Folglich ist für die notwendige qualitative Verbesserung des Einzelhandelsangebots auch eine quantitative Ausweitung notwendig.

Diese kann durch Neubauten, durch Entwicklung im Bestand der Innenstadt oder eine Kombination beider Möglichkeiten erreicht werden.

Die Obergrenze für die Entwicklung von zusätzlicher Einzelhandelsfläche ist 15.000 qm zusätzliche Verkaufsfläche.

Als Restriktion für zusammenhängende Flächen (Einkaufszentrum) sind 20.000 qm Verkaufsfläche gesetzt.

Als Verkaufsfläche gilt entsprechend der Definition in Ziff. 2.2.4 des Hessischen Einzelhandelserlasses (Staatsanzeiger Nr. 5/2003, S. 453, erg. StAnz Nr. 18/2005, S. 1596): „... der gesamte Teil der Geschäftsfläche, auf welcher der Verkauf abgewickelt wird und der dem Kunden zugänglich ist (einschließlich Kassenzonen, Standflächen für Warenträger, Gänge, Stellflächen für Einrichtungsgegenstände, Treppen innerhalb der Verkaufsräume). Zu der Verkaufsfläche zählen auch Freiflächen, die nicht nur vorübergehend für Verkaufszwecke genutzt werden sowie Lagerräume, die dem Verkauf dienen.“ Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (BVerwG v. 24.11.2005 – 4 C 10/04 –, BVerwGE 124, 364) zählen zu den Verkaufsflächen außerdem auch die Thekenbereiche, die vom Kunden nicht betreten werden dürfen, der Kassenvorraum (einschließlich eines Bereichs zum Einpacken der Ware und zum Entsorgen des Verpackungsmaterials) sowie ein Windfang.

Die Entwicklung von neuen Flächen muss sich in das Gefüge der Innenstadt integrieren.

Der architektonische und städtebauliche Entwurf, die Betreiberphilosophie sowie die Sortimente müssen als extrovertiertes Konzept Impulswirkung für die Innenstadt entfalten.

Als Orientierung für die Diskussion zur Einzelhandelsentwicklung in Hanau verweisen wir auf die Szenarien zur Einzelhandelsentwicklung der CIMA vom Mai 2007.