C Inhaltliche Handlungsschwerpunkte

2 Kultur und Freizeit

Eines der Qualitätsmerkmale Hanaus ist das vielfältige kulturelle Angebot. Bei der Entwicklung der Hanauer Innenstadt wird großer Wert darauf gelegt, dass die Situation der vorhandenen Kultureinrichtungen verbessert bzw. durch neue Einrichtungen gestärkt wird.

Vorhandene Einrichtungen sind die Stadtbibliothek Hanau, das Stadtarchiv und die Wetterauische Gesellschaft, die derzeit am Schlossplatz untergebracht sind. Ein Raum für Kunst und Kultur steht im Rathaus zur Verfügung. Für Kinogänger gibt es nur zwei kleine Kinos am Freiheitsplatz. Zur Attraktivierung des Kultur- und Tourismusangebotes in Hanau ist – aus der Tradition als Brüder-Grimm-Stadt heraus – geplant, ein Brüder-Grimm-Kulturzentrum zu schaffen.

2.1 Stadtbibliothek (Pflichtaufgabe)

Die Stadtbibliothek Hanau ist in unzulänglichen Räumlichkeiten am Schlossplatz untergebracht und kann ihren Auftrag als Kultur- und Bildungseinrichtung nicht erfüllen. Ziel ist es, eine attraktive, leistungsfähige Stadtbibliothek als Zielpunkt von rund 500.000 Besuchern und Besucherinnen im Jahr in der Stadtmitte Hanaus zu erhalten.

Dafür sind ein innerstädtischer Standort, ein attraktives, leicht zugängliches Gebäude und ein der Stadtgröße entsprechendes Raumangebot (3.000 qm) erforderlich. Die Nutzung „Stadtbibliothek“ muss schon von außen ablesbar sein und zum Besuch einladen. Das Raumprogramm besteht aus einem Lesecafé, einem Veranstaltungsraum, hellen und großzügigen Abteilungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie einer landeskundlichen Abteilung. Ergänzt werden die öffentlich zugänglichen Bereiche durch umfangreiche Archiv- und Büroräume.

Für die Unterbringung denkbar sind sowohl die Erweiterung am bestehenden Standort, ein Neubau an einer zentralen und leicht erreichbaren Stelle der Innenstadt, der Umbau eines vorhandenen Gebäudes als auch die Integration in ein multifunktionales Gebäude. Es wird dabei immer ein hoher Anspruch an die Gestaltung der Fassade und die Aufteilung und Ausgestaltung der Innenräume gestellt.

Die räumliche Verbindung von Stadtbibliothek, Stadtarchiv und Wetterauischer Gesellschaft kann ein attraktives lokalgeschichtliches Zentrum entstehen lassen. Denkbar ist auch, dass der derzeit im Rathaus bestehende Raum für Kunst und Kultur oder die derzeit im Schloss Philippsruhe untergebrachte Bibliothek des Hanauer Geschichtsvereins in ein solches Zentrum integriert werden.

Die Umsetzung des Raumprogramms der Stadtbibliothek Hanau ist – unabhängig vom Standort – eine Pflichtaufgabe im wettbewerblichen Dialog.

2.2 Stadtarchiv (Pflichtaufgabe)

Das Stadtarchiv schützt und sammelt öffentliches Archivgut entsprechend den Vorgaben des Hessischen Archivgesetzes und bewahrt die historischen Wurzeln Hanaus. Es ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Bürger wie Historiker. Die derzeitigen Räumlichkeiten sind für die Anforderungen an ein modernes Archiv sowohl in der Flächengröße wie auch in der Funktionalität nicht mehr ausreichend. Ziel ist es, ein für Besucher wie für die Archivierung optimal nutzbares Stadtarchiv zu erhalten.

Für einen Betrieb des Archivs werden künftig neben Büroräumen zwei Lesesäle für mindestens 15 Besucher benötigt, die nach Norden orientiert sind, um optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen. Die neuen Archivräume müssen fensterlos und klimatisiert sein und benötigen eine Fläche von mindestens 500 qm für Rollregale. Insgesamt wird eine Fläche von rund 750 qm Nutzfläche benötigt.

Die Umsetzung des Raumprogramms des Stadtarchivs Hanau ist – unabhängig vom Standort – eine Pflichtaufgabe im wettbewerblichen Dialog.

2.3 Wetterauische Gesellschaft

Die Wetterauische Gesellschaft ist eine der ältesten naturwissenschaftlichen Gesellschaften Deutschlands. Mit ihrem umfangreichen und wertvollen Bestand an Büchern und Sonderdrucken, ihren Vorträgen und Exkursionen sowie Veröffentlichungen hat sie die Geschichte der Naturwissenschaften in Hanau maßgeblich mitgeprägt.

Die Umsetzung des Raumprogramms der Wetterauischen Gesellschaft ist – unabhängig vom Standort – eine Pflichtaufgabe im wettbewerblichen Dialog.

2.4 Raum für Kunst und Kultur (Pflichtaufgabe)

Im Rathaus am Neustädter Markt wird das Erdgeschoss mit rd. 200 qm für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Denkbar ist es, diese Flächen für andere, kommerzielle Nutzungen im Rahmen einer Umstrukturierung des Marktes zur Verfügung zu stellen. In diesem Falle müssen mindestens gleichwertige Ersatzflächen durch den Investor geschaffen werden.

Der Raum für Kunst und Kultur muss auch künftig an einem zentralen und attraktiven Ort der Innenstadt liegen und leicht für Besucher erreichbar sein. Eine Ausstattung für Veranstaltungen mit Bewirtung ist erforderlich.

Eine Zusammenlegung und Integration mit den Räumlichkeiten der neuen Stadtbibliothek oder des Brüder-Grimm-Kulturzentrums ist möglich.

Die Umsetzung des Raumprogramms des Raumes für Kunst und Kultur ist – unabhängig vom Standort – eine Pflichtaufgabe im wettbewerblichen Dialog, wenn die derzeitige Fläche in Anspruch genommen wird.

2.5 Brüder-Grimm-Kulturzentrum (Pflichtaufgabe)

Eines der großen kulturellen Potenziale der Stadt Hanau ist die Verknüpfung mit Leben und Wirken der am Freiheitsplatz geborenen Brüder Grimm. Um dies für die Bevölkerung erlebbar zu machen und für den touristischen Stellenwert der Stadt auszunutzen, soll ein Brüder-Grimm-Kulturzentrum geschaffen werden. Aus diesem Grund hat die Stadt Hanau die Firma AWC mit einer Konzept- und Machbarkeitsstudie, beauftragt.

Ergebnis der ersten Standortanalyse ist, dass neben der Orangerie des Schlosses Philippsruhe das Areal um das jetzige Behördenzentrum (Finanzamt) und das Areal um das Kanzleigebäude des ehemaligen Stadtschlosses (Bibliothek) als innerstädtische Standorte infrage kämen.

Im Rahmen des wettbewerblichen Dialogs wird ein Vorschlag sowohl zur Errichtung an einem der innerstädtischen Standorte als auch zum Betrieb erwartet. Die Stadt behält sich vor, nach Prüfung des Vorschlages von diesem Angebot keinen Gebrauch zu machen und das Brüder-Grimm-Kulturzentrum außerhalb dieses Verfahrens zu realisieren.

Das Kulturzentrum soll in seinem Profil eine Erlebniswelt sowie ein Märchenmuseum für Kinder darstellen.

Mit der Einrichtung des Brüder-Grimm-Kulturzentrums soll die Attraktivität der Stadt nachhaltig gesteigert werden. Besucherströme mit 150.000 – 200.000 Besuchern im Jahr tragen zur Belebung der Innenstadt bei. Als Zielgruppe sind Schulen und Familien mit Kindern bis 10 Jahre im Fokus.

Die Lage des Brüder-Grimm-Kulturzentrums in der Innenstadt muss mit dazu beitragen, dass die Innenstadt mit ihren vielfältigen Nutzungen Synergieeffekte durch die Besucher erfahren kann. Die Aufwertung des Standortes muss durch eine hochwertige Architektur unterstützt werden.

Für das Brüder-Grimm-Kulturzentrum wird für die Ausstellungs- und Nebenräume eine Nettofläche von rund 4.000 qm benötigt. Eine Außenfläche von rund 500 bis 1.000 qm ergänzt das Ausstellungsgebäude. Als Stellplätze sind werktags 100, an Wochenenden 300 Parkplätze erforderlich.

Dabei geht es sowohl um den Bau des Gebäudes als auch um den Betrieb des Kulturzentrums. Auf der Grundlage der Konzept- und Machbarkeitsstudie muss auch ein Betreiberkonzept entwickelt und angeboten werden.

Die Entwicklung und der Betrieb des Brüder-Grimm-Kulturzentrums sind eine der Pflichtaufgaben im wettbewerblichen Dialog.

2.6 Kino (Option)

Hanau verfügt derzeit nur über zwei Kinos mit insgesamt 4 Sälen und 883 Sitzplätzen am Freiheitsplatz. Es sind Konzepte zur Verbesserung der Kinolandschaft im Rahmen der wirtschaftlichen Machbarkeit erwünscht.

Ein Standort in der Innenstadt soll mit zur Belebung der Stadträume beitragen.

Die Realisation eines neuen Kinos ist eine Optionsaufgabe im wettbewerblichen Dialog.