C Inhaltliche Handlungsschwerpunkte

4 Wohnen (Pflichtaufgabe)

Strategiekonzept „Wohnen in der Innenstadt“
Der Entwicklung der Innenstadt Hanaus als attraktiver Wohnstandort kommt eine Schlüsselfunktion innerhalb des strategischen Maßnahmenpakets Innenstadt zu. Nur eine attraktive und vitale Mischung vielfältiger Nutzungen kann eine impulsgebende und lebenswerte Innenstadt bewirken. Verstärktes Wohnen in den Kernbereichen bedeutet letztendlich eine Bindung von Zielgruppen für – und in enger räumlicher Verknüpfung mit – den vielfältigen Nutzungen der Innenstadt, wie dem Einzelhandel, der Gastronomie oder den kulturellen Einrichtungen. Impulsgebende Prozesse können sich so wechselseitig verstärken. Auch im Sinne der wachsenden Bedeutung der Nachhaltigkeit von Entwicklungsprozessen ist das Thema „Stadt der kurzen Wege“ ein zukunftsweisendes Argument für die Stärkung des Wohnstandortes und bietet synergetische Effizienzpotenziale zur Erreichung von übergeordneten Nachhaltigkeitszielen, wie beispielsweise im Rahmen des Klimaschutzes.

Um das Potenzial einer vitalen Zielgruppenmischung und eines Zuzugs in die Innenstadt realisieren zu können, gilt es, die Wohnungsbestände in jeder Hinsicht zukunftsgerichtet und zielgruppenbezogen zu modernisieren und im Bedarfsfall mit Neubauten zu ergänzen. Hierzu ist eine zeitnahe und langfristige Aktivierung aller Wohnungsbaugesellschaften und Eigentümer mit Beständen in der Innenstadt notwendig. Insbesondere den Beständen im Süden der Innenstadt kommt aufgrund ihrer Lage eine besondere Schlüsselfunktion zu.

Ziele der Entwicklung

Zielgruppen
Die Vorschläge in diesem Schwerpunktbereich sollten auf eine vitale Zielgruppenmischung in der Innenstadt sowie auf die strategische Ausrichtung auf die Bedürfnisse der wesentlichen heutigen und zukünftigen Zielgruppen abzielen. D. h. grundsätzlich, eine der Diversifizierung der Lebensstile und -gemeinschaften gerecht werdende Entwicklung von Wohnangeboten in Bestand und Neubau anstreben.

Beispielhaft für innovative Konzepte in diesem Teilbereich sind die Themen Mehrgenerationenwohnen, moderne Wohngemeinschaften für besondere Zielgruppen sowie Servicewohnangebote zu nennen. Barrierefreiheit wird grundsätzlich vorausgesetzt.

Stadträumliche Wechselwirkungen
Städtebauliche bzw. stadträumliche Wechselwirkungen der Wohnbaubestände sind zu berücksichtigen: einerseits bei der Maßnahmen-Priorisierung hinsichtlich der stadträumlichen Bedeutung des jeweiligen Teilbereichs in seiner Ausstrahlung auf die Innenstadt Hanaus – beispielsweise in Bezug auf die umfeldprägende Gestaltwirkung oder bezüglich der strategischen Lage im Stadtraum für die Funktion als Impulsgeber.

In diesem Zusammenhang sollte auch eine Betrachtung des Potenzials zur Realisierung von nachhaltigen Prozessen zur Schaffung oder Stärkung von Quartiersidentitäten erfolgen. Ein wichtiger Anknüpfungspunkt kann hier einerseits der Genius Loci der verschiedenen historischen Teilbereiche der Innenstadt sein.

Des Weiteren sind stadträumliche Wechselwirkungen hinsichtlich der Auswirkungen auf andere Themenfelder der Entwicklung der Innenstadt zu berücksichtigen, wie beispielsweise die Verknüpfung zum Sektor Mobilität (z. B. Chancen zur Realisierung von Verkehrsreduktionspotenzialen durch Verknüpfung der Teilbereiche mit dem ÖPNV-Netz) oder zum Themenfeld attraktive städtische Freiräume und wohnungsnahe Freiflächen.

Energetische Standards
Dem Sektor Wohnen kommt im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele und dem besonderen Engagement der Stadt Hanau im freiwilligen Zusammenschluss „Klimabündnis“ eine besondere Bedeutung zu.

Darüber hinaus zeigen die Energiepreisentwicklungen der letzten Zeit und die zu erwartenden zukünftigen Entwicklungen auch überdeutlich die ökonomische Notwendigkeit von Maßnahmen im Bereich hochwertiger energetischer Standards bei Sanierung und Neubau auf. Die Sicherung langfristig zukunftsfähiger und attraktiver Bestände in Hinblick auf Mietnebenkosten und Wohnqualität ist nur auf diesem Weg zu erreichen. Standort- bzw. Vermarktungsvorteile sowie aktive Mieterbindung durch ein engagiertes Handeln können in diesem Bereich erwirkt werden.

In diesem Sinne sind hochwertige energetische Standards zu bestimmen. Berücksichtigt werden sollten neben Maßnahmen für Einzelgebäude synergetische Potenziale im Rahmen von Konzepten für Gebäudegruppen oder Teilräume (Nahwärmenetze, BHKW etc.)

4.1 Altstadt
Die Wohnentwicklung im Bestand oder im Neubau ist eine Optionsaufgabe im wettbewerblichen Dialog.

4.2Wallonisch-Niederländische Kirche
Die Wohnentwicklung an der Wallonisch-Niederländischen Kirche ist eine der Pflichtaufgaben im wettbewerblichen Dialog.