A Präambel-Die Ziele des wettbewerblichen Dialogs

3 Die vier Qualitätsmerkmale

Vereinfacht lassen sich vier Qualitätsmerkmale benennen, die als Prüfsteine einer attraktiven und leistungsfähigen Innenstadtentwicklung gelten. Diese sind maßstabsbildend und entscheidungsrelevant im Rahmen des „Wettbewerblichen Dialogs Innenstadt Hanau".

3.1 Identität

Eine besondere Qualität der europäischen Innenstädte ist ihre Unverwechselbarkeit. Ihr historisches Kapital ist ihre Besonderheit und ihre Entwicklungsgrundlage.

Die Innenstadt Hanaus verfügt durch die Kombination aus mittelalterlicher Altstadt und Renaissance-Neustadt mit idealstädtischem Grundriss, eingebettet in die Kinzig-Schleife, über eine einzigartige räumliche Qualität, die trotz des Zerstörungsgrades durch den Krieg immer noch Bestand hat. Auf engstem Raum wird ein vielfältiges Angebot unterschiedlicher städtischer Atmosphären geboten. Jeder neue Stadtentwicklungsbeitrag muss diese historische Besonderheit respektieren und sich daran messen lassen, inwieweit dieses spezielle Kapital gestärkt wird.

3.2 Vielfalt

Die Attraktivität und Leistungsfähigkeit einer Innenstadt bemisst sich vor allem auch in ihrer Nutzungsvielfalt. Die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Angeboten auswählen zu können, ist einer der wesentlichen Vorteile der Innenstadt gegenüber Stadtrandlagen. Das Zusammentreffen unterschiedlicher Nutzungen erzeugt städtische Lebendigkeit.

Die Hanauer Innenstadt zeigt durch ihre differenzierten Lagen der Altstadt, der Kernbereiche der Renaissance-Neustadt und der unterschiedlich geprägten Randbereiche ein breites Spektrum vielfältiger Nutzungseignungen auf. Die Innenstadt hat bereits ein gutes Maß unterschiedlicher und vielfältiger Angebote, die aber aufgrund der differenzierten Lagevoraussetzungen noch gestärkt werden können. Jedes Projekt wird sich an seinem Beitrag zur Stärkung der Vielfalt und Lebendigkeit der Hanauer Innenstadt messen lassen müssen.

3.3 Flexibilität

Nachhaltig nutz- und verwertbare Stadt- und Baustrukturen zeichnen sich vor allem durch die Fähigkeit aus, unterschiedliche Nutzungen aufzunehmen und auf unterschiedliche (Markt-)Erfordernisse reagieren zu können. Der Wandel in bestehenden Strukturen ist ressourceneffizient. Die Flexibilität und die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Erfordernisse setzen voraus, dass neue Projekte auch nicht nur auf sich bezogen sind, keine Introvertiertheit pflegen, sondern sich als Baustein in das Stadtgefüge eingliedern und es festigen.

Für alle in der Hanauer Innenstadt anstehenden Projekte sind Anpassungs- und Integrationsfähigkeit wichtige Qualitäts- und Beurteilungsmerkmale.

3.4 Strukturwirksamkeit

Eine Innenstadt ist dann leistungsfähig und lebendig, wenn die unterschiedlichen Stadträume, -funktionen und -nutzungen zusammenwirken. Innenstadt muss mehr sein als isolierte Funktionsfähigkeit und insuläre Attraktivität einzelner Projekte. Neue Projekte müssen sich deshalb auch immer als Strukturimpuls verstehen und sind vorrangig dort zu verorten, wo sie positiv auf die Umgebung ausstrahlen und Synergien auslösen. Mit effizientem Mitteleinsatz muss die größtmögliche Strukturwirksamkeit erreicht werden.

Strukturwirksamkeit und Impulswirkung sind wichtige Prüfsteine für die Qualitätsbeurteilung.